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Gibt es in der Literatur Hinweise, ob und welche Unterrichtsform Verhaltensauffälligkeiten auslöst?

Unter anderem nimmt Myschker in seinem Buch "Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen", Kohlhammer 2005 (ein Klassiker - Anmerkung Germany) dazu Stellung, wobei er sich auf eine Studie von Redlich/Schley (1981, S. 9) bezieht:

  • „Unterricht läuft überwiegend in der traditionellen Form lehrerzentrierten Frontalunterrichts ab
  • Lehrer dominieren bereits rein sprachlich im Unterricht, sie reden im Allgemeinen genauso häufig bis zweimal soviel wie alle Schüler zusammengenommen.
  • Der Unterricht wird kaum differenziert nach unterschiedlichen Lernausgangslagen und Arbeitstempo, er richtet sich in der Regel am Schüler des guten Durchschnitt aus. Es gibt in der Klasse stets überforderte und unterforderte Schüler.
  • Kleingruppenarbeit bleibt seltener Episode im schulischen Alltag.
  • Außenseiter und auffällige Schüler erfahren vom Lehrer häufig keine Hilfe, eher führen größere psychologische Kenntnisse bei fehlenden Handlungsmöglichkeiten dazu, dass Lehrer über Etikettierungsprozesse die Karriere abweichenden Verhaltens ungewollt fördern.
  • Die Lehrer Rolle reduziert sich auf Funktionen, Lehrstoffs zu vermitteln und Leistungen zu überbrücken. Der Lehrer als sozialerzieherische bleibt auf der Strecke.“

Er verweist außerdem auf ein Konzept der Amerikaner Schloss, Kane und Miller, die folgenden Ansatz vertreten:

"1. Erhöhung der Zufriedenheit beim Schulbesuch

  • Leistungsanforderungen senken und Erfolgserlebnisse schaffen.
  • Schülerbeziehungen sollten gefördert werden, um Spannungen zu vermeiden.
  • Darbietung häufiger sozialer Verstärkung für erfüllte Aufgaben.
  • Die Eltern sollten dafür gewonnen werden, erbrachte schulische Leistungen mit zusätzlichen Freizeitangeboten zu belohnen.
  • Eltern sollten zu einer angemessenen Zeitfür die Bettruhe des SChülers sorgen.
  • Schüler sollten zu häufigen offenen Gesprächen über die Unterrichtsgestaltung ermuntert werden.

 

2. Minderung der Zufriedenheit bei Schulabsenz

  • Einem Schulversäumnis sollte unmittelbar ein Hausbesuch vor.
  • Wenn der Schüler krank ist, sind ihm die Arbeitsaufträge zuzustellen.
  • Ist der Schüler zuhause und nicht krank, sollte er (möglichst in Begleitung der Eltern) zur Schule gebracht werden.
  • Verweigert der Schüler, zur Schule gebracht zu werden, treten vorarrangiere Sanktionen (zum Beispiel Fernsehverbot) in Kraft (response -cost-Strategien).

 

3. Solche Fertigkeiten sind zu vermitteln, die die Fähigkeit erhöhen, vom Schulbesuch zu profitieren

  • Gruppenunterricht ist zu ermöglichen, um soziale Fertigkeiten zu fördern.
  • Besondere Interessen und Neigungen des Schülers sollten im Unterricht Berücksichtigung finden." (Übersetzung Myschker) (Neukäter/Ricking 2000, 817-818) 

(Vgl. Myschker 2005, S. 125f)

 

20. Januar 2013 | Unterricht | Erscheinungsformen der Verhaltensauffälligkeit